Die Entwicklung regionaler Prozesse im Rahmen der Lokalen Agenda 21

Kindergemeinderat als nachhaltige Arbeit in Gemeinden
St. Michael bei Leoben

Bereits im Jahr 2001 entstand die Idee Kinder an demokratischen Prozessen zu beteiligen. Seit Jahren konnten Projekte in Kindergärten und Volksschulen angeboten werden. Diese zum Teil sehr intensiv, das bedeutete, dass diese Projektarbeit wöchentlich und ein Schul-Kindergartenjahr angeboten wurde. Diese Form der Betreuung ermöglichte es, eine Vielfalt von Themen sehr intensiv zu bearbeiten. Als der Gedanke der Lokalen Agenda 21 in Gemeinden zu greifen begann, war die Zeit reif diese Themen auch mit den jüngsten Bewohnern zu erarbeiten.
In der Gemeinde St. Michael bei Leoben wurde im Zuge der Kindergartenprojektarbeit bereits sehr viel Vorarbeit geleistet. Besonders die Kindergärtnerin war immer an allem Neuen interessiert und konnte auch eine Lehrerin der Volksschule begeistern.
Nach Ausarbeitung eines Konzepts und Vorsprache beim Bürgermeister der Gemeinde St. Michael konnten wir im Herbst 2001 mit einem Elternabend für Kindergarten und Volksschule starten. Ziel des Lokalen Agenda 21 Prozesses sollte nämlich die Freiwilligkeit der Teilnahme sein. Das bedeutete, dass unsere gemeinsamen Treffen immer an Nachmittagen stattfinden sollten.

Ablauf
Start

Mit rund 25 Kindern konnte im Oktober 2001 mit einem wöchentlichen Betreuungsrhythmus begonnen werden

Alter der Kinder

5 bis 10 Jahre

Themen

Meine Heimat
Meine Gemeinde
Wir stellen uns den Bewohnern vor

Veranstaltung

Im Dezember 2001 gestalteten wir eine Adventfeier in der Gemeinde und konnten dabei ca. 250 Bewohnern unsere Gruppe vorstellen.

Ziel

Erarbeitung von demokratischen Prozessen für die Neugestaltung des Schulhofes

Meilensteine Im ersten Jahr konnten wir einerseits unser näheres Umfeld genau erkunden, Wirtschaftsbetriebe besichtigen, Bewohner zu uns einladen, an unserem Plan den Schulhof neu zu gestalten arbeiten, anderseits beschäftigten wir uns aber auch mit dem Thema der globalen Agenda (fairer Handel, Kinderarbeit, Bauern in fremden Ländern)

Wahl des Kindergemeinderats

Nach dem ersten Jahr und wöchentlichen Treffen waren die Kinder soweit um ihre Arbeit in die Struktur eines Gemeinderats zu gliedern. Sie verstanden nun, dass es wichtig ist fixe Aufgaben zu haben. Für die Wahl des Bürgermeisters wurden von jenen Kindern die dieses Amt bekleiden wollten ein „Programm“ vorgelegt. Nach diesen Programmen entschieden sich die Kinder für „ihren“ Bürgermeister. Er war grade mal 7 Jahre alt.

Der Schulhof

Im Herbst 2002 konnte nach langen Verhandlungen und einer Umbauphase der Schulhof neu eröffnet werden. Dir Kinder hatten in dieser Zeit viel gelernt, sie mussten erkennen, dass nicht immer alle Wünsche und Vorstellungen in Erfüllung gehen und man sehr viel selbst dazu beitragen muss damit Dinge umgesetzt werden können. Sie konnten Gemeinderatssitzungen mit den Erwachsenen erleben und viel Verständnis, aber oftmals auch Unverständnis erfahren.

Abschluss

Nach drei gemeinsamen Jahren hat sich der Kindergemeinderat in St. Michael aufgelöst. Einerseits wechselten Kinder in höhere Schulen, andere Interessen rückten in den Vordergrund, der Hauptgrund aber war sicher der, dass die Mitarbeit des Verein Rosalie zu Ende war. Schön wäre es gewesen, wenn die vor Ort ansässigen den Prozess weitergeführt hätten. Ohne die Arbeit der Menschen die im Ort leben, ist ein gelebter Prozess leider nicht möglich. Hilfe von außen ist wichtig, sollte aber zum Ziel haben die begonnenen Schritte alleine weiter zu gehen.
Hier einige Bilder:

Kindergemeinderat Schönegg bei Pöllau

Der Kindergemeinderat Schönegg bei Pöllau ist bereits das dritte Jahr aktiv. Seit Herbst 2005 wird das Projekt nicht mehr über das Land Steiermark gefördert, sondern wird nur noch als Eigeninitiative von Rosalie Factory (Liese Esslinger) gemeinsam mit ECOlogisch (Mag. Annette Schwarhofer), der Kindergartenpädagogin Elfi Schieder und der Gemeinde Schönegg unter Bgm. Franz Winkler, geführt.
Wir haben in den letzten zwei Jahren viel erreicht und umgesetzt. Heuer mussten uns einige Kinder „verlassen“, die neue Schulsituation lässt kaum Spielraum für weitere Aktivitäten. Neue Kinder sind dazu gekommen, so unter anderem „unsere“ Betty. Mit Betty haben wir großes Glück, denn ihre Eltern stammen aus Rumänien und dies ist in unserem Fall ein wunderbar.
Da wir seit Mai 2005 sehr intensiv am Europäischen Kinder- und Jugendwasserparlament beteiligt sind, hatten Annette und ich die Möglichkeit eine Woche mit Jugendlichen im Donau Delta Erfahrungen zu sammeln. Dabei haben wir die Lehrerin Monika kennen gelernt. Sie unterrichtet an einer Schule in Rumänien. (siehe Internationale Projekte)
Wir konnten nicht nur sehen wie es den Menschen in Rumänien geht, wir erfuhren von Monika auch, dass es sehr schwierig ist solche Projekte im eigenen Land umzusetzen. Hierzu fehlen nicht nur die finanziellen Mittel, es fehlt auch daran, dass man zwar Bewusstsein vermitteln kann, dies die Kinder aber auf Grund fehlender Strukturen dann nicht anwenden können.
Es fehlt natürlich auch an den notwendigen Materialien wie Bücher, Hefte, Stifte, Computer und vieles mehr. Wir haben unsere Eindrücke mit den Kindern der Schönegger Gruppe genau besprochen und diskutiert. Die Kinder haben von sich aus den Entschluss gefasst, etwas sinnvolles zu tun – so entschieden wir uns eine Partnerschaft mit dieser Schule einzugehen. Da wir unsere Betty haben, haben wir auch kein Verständigungsproblem, wir sind sehr stolz eine eigene Übersetzerin in unserer Gruppe zu haben.

Nun, wir haben vieles vor in diesem Jahr und hoffen es interessiert euch und ihr schaut immer wieder einmal auf unserer Seite vorbei. Freuen würden wir uns natürlich sehr über eine Mitarbeit, Ideen und Vorschlägen von euch. Ihr wisst ja – je mehr Köpfe denken, desto mehr kommt dabei heraus. Wer übrigens Interesse hat in seiner Gemeinde auch so eine tolle Kindergemeinderatsgruppe zu gründen lasst es uns wissen oder schaut unter : Wie ist das mit der Agenda...

Hier wichtige Stationen im vergangenen Jahr in Form von Bildern